Die rechtlichen Rahmenbedingungen (§ 2339 BGB) definieren die Erbunwürdigkeit.

Erbunwürdig ist, wer

Eine Erbunwürdigkeit muss durch Anfechtung geltend gemacht werden, sie tritt also –trotz vorliegen eines o.g. Grundes- nicht automatisch ein. Das geschieht durch Klage vor Gericht. Wobei ein bloßer Verdacht nicht ausreichend ist. Im Rahmen der klage muss die Erbunwürdigkeit vom Kläger begründet und bewiesen werden.

Die Klage unterliegt einer Frist von einem Jahr ab Kenntnis der Anfechtungsgründe. Ist die Klage erfolgreich, fällt die Erbschaft an den, laut gesetzlicher Erbfolge oder Testament bestimmten „nächsten“ Erben.

Oben aufgeführte Gründe gelten im Rahmen der sog. Vermächtnisunwürdigkeit auch für Pflichtteilsberechtigte oder sonstige Vermächtnisnehmer.

Differenziert wird hier durch die Art der Entziehung. Bezüglich des Pflichtteils muss die Entziehung durch den Erblasser in Testament oder Erbvertrag angeordnet worden sein. Eine Erbunwürdigkeit hingegen, wird erst nach dem Tod des Erblassers durch andere Erben geltend gemacht.

Eine Anfechtung ist ausgeschlossen, wenn der Verstorbene dem oder der Erbunwürdigen verziehen hat (§2343 BGB).